Superwahlrunde

30. August 2009

Das Land kommt in Bewegung. Die Linke ist jetzt auch im Saarland stark, kann den alten Ministerpräsident-Lafontaine-Bonus hervorragend abschöpfen.

Die Grünen positionieren sich mit “Politikwechsel”. Claudia spult das Wort mehrfach in ihrem Statement ab, Cem wiederholt es. Wie werden sie sich in Zukunft positionieren? Neutral, zugespitzt auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Innovation? Doch auch die SPD beansprucht “Politikwechsel”. Ein frühzeitig ausgestreckter Arm in Richtung rot-grün?

Im ARD-Wahlstudio Sachsen soll auch die NPD, die es in den Landtag geschafft hat, zu Wort kommen. Doch die Studio-Regie pfeift den Moderator zur Seite. Es folgt eine Hochrechnung. Dann geht es zurück ins Studio. CDU-Ministerpräsident Tillich verläßt vor laufender Kamera das Studio. Der Moderator ist leicht irritiert. Schließlich kommt der NDP-Mann doch noch zu Wort. Lief hier ein Machtkampf zwischen Ministerpräsident und öffentlich-rechtlichen Medien ab? Sollte ein Statement der NDP verhindert werden? Wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen, dass auch extreme Positionen in die Öffentlichkeit-Rechtlichen finden.

Was heißt das Erstarken der Linken? Anstatt auf die Linke zu schimpfen und die Zusammenarbeit zu verweigern, sind die Etablierten besser beraten, wenn sie die Themen, die rund 20 % der deutschen Wähler umtreiben, offensiv anpacken.

CDU-Pofalla zitiert in der Kommentarrunde tatsächlich Adenauer mit “Keine Experimente”, als es um rot-rot-grüne Koalitionen geht. Führt er hier bereits die Formel ein, mit der sich Merkel über die nächsten Wochen bis zur Wahl retten will?

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