Bodo Ramelow im Nachtmagazin

31. August 2009

Den Namen Bodo Ramelow wird man in Zukunft wohl häufiger hören.  Der Mann hat rhetorische Schlagkraft. Er wirkt viel überzeugender als SPD-Thüringer Matschie. Den Begriff “Große Koalition”, den der Journalist benutzt, führt er angesichts der Thüringer Mehrheitsverhältnisse mal eben ad adsurbum. Ein linker Ministerpräsident in Thüringen? Vielleicht wird es jetzt Zeit, das mal in der Praxis auszuhalten. Denn warum soll nicht auch in diesem Fall die Regel gelten, das die stärkste Regierungspartei den Ministerpräsidenten stellt? Die Linke kann nicht auf die verquälte Forderung von Matschie eingehen, das Ministeramt selbst zu übernehmen, ohne das Ansehen von Ramelow und Partei zu beschädigen. Mal sehen, wie lange Matschie sich noch hält. Oder ermutigen ihn Steinmeier und Münte gar, mit der CDU unter Althaus zusammen zu gehen? Das wäre sehr dumm.

Klug allerdings auch die Kanzlerin. Ganz die sachlich-souveräne Staatslenkerin, erteilt sie jedem Lagerwahlkampf eine Absage. FDP-Guido wird schon unruhig, und der tagesthemen-Kommentator bringt Schwarz-Grün als mögliche Option ins  Spiel.

Was sollen die Saar-Grünen bloß machen? Ihr Boss kann nicht auf den Lafontaine. Aber mit Erzfeindin FDP in einem gemeinsamen Boot mit CDU-Müller? Vielleicht sollten sie die ganze Sache lieber noch vier Wochen verzögern, um das Feld zu bereiten für die Bundesgrünen Renate und Jürgen. Denn wenn die Grünen im Saarland erstmal mit den beiden roten Socken zusammenkleben, wird es den Bundesgrünen schwer fallen, glaubwürdig auf einen schwarzgrünen Antrag von Angela einzugehen.

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